Können wir uns selbst trauen? | 42 – Die Antwort auf fast alles | ARTE

Die Person, um die wir im Leben nicht herumkommen, sind wir selbst. Doch unsere Wahrnehmung, unsere Erinnerung und auch unser Denken entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als beschränkt und fehleranfällig. Was bedeutet das für unser Verhältnis zur Welt und zu uns selbst? Wie sehr können wir uns selbst trauen?

Die Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken, ist für den Menschen ein großes Geschenk: Sie erlaubt es zum Beispiel, in Erinnerungen zu schwelgen oder Pläne für die eigene Zukunft zu schmieden. Doch gleichzeitig erlaubt sie es auch, sich selbst in Frage zu stellen, den selbstkritischen Blick in den Spiegel. Menschen können erkennen, dass ihre Erinnerungen höchst unzuverlässig sind. Wir wissen heute, dass Farben in der Natur eigentlich nicht vorkommen, sondern eine Vorstellung sind, die Auge und Gehirn aus Wellenlängen schaffen. Sogar ob so etwas wie die Realität überhaupt erkennbar ist, lässt sich infrage stellen. Dazu kommen ein Hang zur Selbstüberschätzung und weitere kognitive Verzerrungen. Doch ist es deshalb angebracht, sich selbst das Vertrauen zu entziehen? Die Sendung spürt dieser Frage nach.
Viele Fehler und Unzulänglichkeiten können einen evolutionären Sinn oder zumindest eine evolutionäre Erklärung haben. Wie viel Selbstkritik und Selbsterkenntnis ist also gut? Sind sie der Schlüssel zum richtigen, guten Leben, oder lähmen sie und machen unglücklich? Und was könnte eine Weigerung, sich mit der eigenen Beschränktheit auseinanderzusetzen, vielleicht auch für andere bedeuten?

Magazin, Regie: Niklas Nau (D 2022, 30 Min)

Quellen und weiterführende Links:
Der Selbstzweifel hat eine lange Geschichte in der Philosophie. Wie viel können wir überhaupt über uns, die Welt und die „Wahrheit“ wissen? Eine Einführung findet sich hier:
Epistemic Self-Doubt (Stanford Encyclopedia of Philosophy)

oder – zum Anhören – hier:
Die Philosophie der Skepsis – Nichts ist wirklich wahr – radioWissen | BR Podcast

Was ist das „Selbst“? Eine Übersicht zu Thomas Metzingers Publikationen und Projekten dazu findet sich auf seiner Seite der Universität Mainz:
Univ.-Prof. i. R. Dr. Thomas Metzinger | Philosophisches Seminar (uni-mainz.de)

Würde uns unser „erinnerndes Selbst“ freiwillig mehr Schmerzen zumuten? Die Studie von Daniel Kahneman et al. dazu:
When More Pain Is Preferred to Less: Adding a Better End on JSTOR

Wie nehmen wir die Welt wahr, wie interagieren wir mit ihr und untereinander, und wie sicher sind wir uns dabei? Fragen, mit denen sich Ophelia Deroys interdisziplinäre Forschungsgruppe „Cognition, Values, Behavior“ beschäftigt: CVBE – Philosophy & cognitive neuroscience research in Munich (cvbers.com)

Wir können nicht aus uns selbst heraus. Was können wir wirklich darüber wissen, wie Vorstellungen in anderen Köpfen aussehen. Wie wäre es, ein Hai zu sein? Oder, wie der Philosoph Thomas Nagel in einem berühmten Gedankenexperiment fragte, eine Fledermaus? What Is It Like to Be a Bat? (warwick.ac.uk)

Ist Bauchdenken nicht per se problematisch, sondern in den richtigen Situationen eine der größten Stärken des Menschen? Mehr dazu in den Arbeiten Gerd Gigerenzers: Gerd Gigerenzer | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (mpg.de)

Eine Übersichtsstudie dazu, wie „framing“ dazu führen kann, dass sich Patienten für oder gegen eine Operation entscheiden:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1494946/

Wie schätzt ihr Eure Chancen im Kampf gegen einen Grizzly ein? Oder einen Löwen, oder Schimpansen? Die Ergebnisse einer Umfrage von YouGov dazu:
https://today.yougov.com/topics/lifestyle/articles-reports/2021/05/13/lions-and-tigers-and-bears-what-animal-would-win-f?

Wie wichtig sind Selbstwert und Selbstvertrauen? Mehr dazu findet sich in den Publikationen von Astrid Schütz. Astrid Schütz – Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik (uni-bamberg.de)

#selbstkritisch #selbsterkenntnis #selbstvertrauen
Video auf YouTube verfügbar bis 17/09/2025
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