Altpapier und Karton im Garten richtig einsetzen | Horst sein Schrebergarten

Pappe und Altpapier sollte man im Garten unbedingt mit Vorsicht verwenden!
Neuerdings landet Karton immer häufiger auf dem Kompost, dient als Mulch oder wird als Baumscheibe verwendet – Pappe scheint große Hilfsdienste im Garten zu leisten – aber tut sie das wirklich?

Achtung: Pappe ist nicht zum Kompostieren, sondern zum recyceln produziert worden. Sie ist weder bio, noch muss sie frei von Schadstoffen sein. Oft ist sie auch mit Klebestreifen und Druckfarbe verunreinigt oder beschichtet. Pappe ist zwar aus Zellulose, aber sie enthält viele Zusatzstoffe – zum Beispiel Leim oder Bindemittel!

Laut der Aussage von Kompostierbarkeitsprüfern gibt es keine Grenzwerte für die Schadstoffe in der Pappe, man kann also über die Dosis der Schadstoffe, die in den Boden gelangen, nicht wirklich etwas aussagen.

Auch der Blaue Engel bietet keine Hilfe, weil der etwas über die umweltfreundliche Herstellung, aber nichts über die Kompostierbarkeit aussagt. Man kann nicht sagen, was mit der Pappe letztendlich noch in den Boden gerät.

Aber wie immer ist es eine Frage der Menge. Wenn man zum Beispiel Pappe nur nutzen möchte, um zu verhindern, dass Pflanzen durch Wildkräuter bedrängt werden, kann man das natürlich tun. Die Menge ist dafür gering.

Ein Kragen als Schutz vor Wildkräutern kann Sinn machen – zumindest bis sich die neue Pflanze behauptet hat. Auch bei Neupflanzungen von Obstbäumen auf Wiesen kann eine Baumscheibe aus Pappe nützlich sein.
Die Wildkräuter können im Gerangel um Wasser und Nährstoffe eine harte Konkurrenz für noch nicht eingewachsene Neupflanzen sein. Der Karton nimmt den Wildkräutern das Licht und zersetzt sich mit der Zeit, wenn man Erde auf die Pappe schichtet.

Prinzipiell aber sollte Pappe in der Blauen Tonne entsorgt werden!

Das Bundesumweltministerium sagt eindeutig. Pappe gehört über die Altpapiersammlung recycelt und nicht in den Garten, dafür ist sie nicht gemacht.

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Horst hat im Sommer 2018 seinen Schrebergarten übernommen. Nach der Ausbildung zum Landschaftsgärtner in Baden-Württemberg verschlug es ihn zum Biologie-Studium an die Freie Universität Berlin. Immer an seiner Seite: Fritz der Affenpinscher. Frische Gartentipps hat er sonntags bei YouTube und in der RBB Gartenzeit für Euch!

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